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Syrah. Aus Frankreich. Zuhause in Portugal und Spanien.

  • Autorenbild: Mike
    Mike
  • vor 20 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Syrah stammt aus dem französischen Rhônetal. DNA Analysen bestätigten 1998, dass die Sorte eine natürliche Kreuzung aus Dureza und Mondeuse Blanche ist. Auf der Iberischen Halbinsel ist Syrah keine autochthone Rebsorte, sondern eine internationale Sorte. Heute wird sie auch in Portugal und Spanien angebaut, unter anderem im Alentejo, in der Algarve und in Andalusien. Typisch sind dunkle Beeren, würzige Noten, häufig schwarzer Pfeffer und spürbare Tannine.


Herkunft und Verbreitung


Lange hielt sich die Legende, Syrah stamme aus der persischen Stadt Shiraz und sei über Händler oder Kreuzritter nach Frankreich gelangt. Genetische Untersuchungen widerlegten das. Syrah entstand als natürliche Kreuzung zweier alter französischer Rebsorten: Dureza aus der Ardèche und Mondeuse Blanche aus Savoyen.

Ihre Heimat liegt im nördlichen Rhônetal. In Regionen wie Côte Rôtie, Hermitage und Cornas prägt Syrah bis heute die roten Weine.

Von Frankreich aus verbreitete sich die Sorte weit über Europa hinaus. Besonders wichtig wurde sie in Australien und Südafrika, wo man sie häufig unter dem Namen Shiraz kennt. Heute gehört Syrah zu den international verbreiteten roten Rebsorten.

Auch auf der Iberischen Halbinsel hat sie ihren Platz gefunden. In Portugal wächst sie unter anderem im Alentejo und in der Algarve. In Spanien findet man sie in verschiedenen Regionen, darunter Andalusien.


Namensbesonderheit: Syrah und Shiraz


Syrah und Shiraz sind dieselbe Rebsorte.

In Europa ist meist der Name Syrah gebräuchlich. In Australien hat sich dagegen Shiraz durchgesetzt. Die beiden Namen werden heute teilweise auch genutzt, um unterschiedliche Weinstile anzudeuten: Syrah eher würzig und straffer, Shiraz eher reifer und fruchtbetonter.

Eine feste Regel ist das allerdings nicht. Was am Ende im Glas landet, hängt stärker von Klima, Standort und Ausbau ab als vom Namen auf dem Etikett.

Historisch tauchten für Syrah noch weitere Namen auf, darunter Sérine im Rhônetal. Heute spielen diese Bezeichnungen kaum noch eine Rolle.


Autochthon oder nicht


Nein. Syrah ist weder in Portugal noch in Spanien eine autochthone Rebsorte. Ihre genetische Herkunft liegt in Frankreich.

In der Algarve wird sie entsprechend als internationale Rebsorte geführt. Auch im Alentejo und in Andalusien gehört sie zu den später eingeführten Sorten und nicht zu den Rebsorten mit einer jahrhundertelangen regionalen Herkunft.

Das bedeutet nicht, dass Syrah dort heute keine Rolle spielt. Gerade im Alentejo hat ihre Bedeutung in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Herkunft und heutige Verbreitung sind aber zwei verschiedene Dinge.

Syrah bleibt eine französische Rebsorte, die sich auf der Iberischen Halbinsel längst etabliert hat.


Drei Eigenschaften, die Syrah auszeichnen


Dunkle Frucht und Würze.

Syrah zeigt häufig Aromen von Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren und anderen dunklen Früchten. Besonders charakteristisch kann schwarzer Pfeffer sein. Je nach Herkunft und Ausbau kommen Kräuter, florale Noten oder würzige Aromen dazu.

Farbe und Tannin.

Syrah kann tief gefärbte Rotweine mit deutlich spürbaren Tanninen hervorbringen. Tannine sind die Gerbstoffe aus Schalen und Kernen, die einem Wein Struktur und einen leicht herben Griff geben.

Unterschiedliche Stile.

Syrah verändert sich deutlich mit dem Klima. In kühleren Lagen können die Weine schlanker, würziger und pfeffriger ausfallen. In wärmeren Regionen wird die Frucht häufig reifer und der Wein kräftiger. Genau diese Anpassungsfähigkeit erklärt einen Teil ihrer weltweiten Verbreitung.


Syrah im Alentejo, in der Algarve und in Andalusien


Im Alentejo gehört Syrah inzwischen zu den wichtigen roten Rebsorten. 2022 standen dort rund 2.222 Hektar Syrah. Das entsprach etwa zwölf Prozent der roten Rebfläche der Region. Häufiger angebaut wurden nur Aragonez, Alicante Bouschet und Trincadeira.

Syrah wird im Alentejo sowohl sortenrein als auch gemeinsam mit portugiesischen Rebsorten ausgebaut. Das warme, trockene Klima bringt häufig kräftigere und reifere Varianten hervor.

Auch in der Algarve ist Syrah zugelassen und wird sowohl sortenrein als auch in Cuvées verwendet. Dort steht sie neben portugiesischen Rebsorten wie Touriga Nacional, Aragonez, Castelão und Negra Mole.

In Andalusien findet man Syrah unter anderem in der Serranía de Ronda und in der Provinz Granada. Dort wird sie ebenfalls sortenrein und gemeinsam mit Rebsorten wie Tempranillo, Cabernet Sauvignon oder Merlot ausgebaut.

Drei warme Regionen. Und trotzdem nicht dreimal derselbe Syrah.


Syrah bei Biowein Iberia


Bei Biowein Iberia findet sich Syrah sowohl sortenrein als auch als Teil verschiedener Cuvées.

Der Bio Rotwein Syrah 2021 von Bodega Méndez Moya aus Dólar in Andalusien besteht zu 100 Prozent aus Syrah. Die Trauben stammen aus einem eigenen Weinberg auf über 700 Metern Höhe und werden nachts gelesen. Der Wein ist bio zertifiziert unter ES-ECO-001-AN, vegan und wird ohne zugesetzte Sulfite hergestellt.

In der Algarve zeigt sich Syrah auch als Teil von Cuvées. Beim Uca Violinista Rosé 2024 und beim Uca Violinista Tinto 2023 findet man die Rebsorte gemeinsam mit Touriga Nacional und Aragonez.


Speisenbegleitung


Syrah passt gut zu Gerichten mit Röstaromen und Würze.

Gegrilltes Gemüse, Auberginen, Pilze oder Linsengerichte funktionieren ebenso wie Lamm oder kräftigere Schmorgerichte. Auch gereifter Käse kann gut dazu passen.

Wie kräftig das Essen sein darf, hängt vom jeweiligen Syrah ab. Ein junger, fruchtiger Wein aus Andalusien braucht weniger Gewicht auf dem Teller als ein konzentrierter und lange gereifter Syrah.


Zusammenfassung


Syrah ist eine französische Rebsorte mit Ursprung im Rhônetal. Ihre Abstammung aus Dureza und Mondeuse Blanche ist genetisch geklärt. Auf der Iberischen Halbinsel gilt sie als internationale und nicht als autochthone Sorte.

Heute wächst Syrah auch im Alentejo, in der Algarve und in Andalusien. Dabei reicht ihr Stil von würzig und pfeffrig bis zu reifer dunkler Frucht und kräftiger Struktur.

Bei Biowein Iberia findet sich die Sorte sowohl als reinsortiger Syrah aus Andalusien als auch in Cuvées aus der Algarve.


Häufige Fragen zu Syrah


Ist Syrah eine autochthone Rebsorte Portugals oder Spaniens?

Nein. Syrah stammt aus Frankreich und ist weder in Portugal noch in Spanien autochthon. Auf der Iberischen Halbinsel wird sie als internationale Rebsorte angebaut.

Was ist der Unterschied zwischen Syrah und Shiraz?

Syrah und Shiraz sind dieselbe Rebsorte. Syrah ist vor allem in Europa gebräuchlich, Shiraz besonders in Australien. Die Namen werden teilweise auch als Hinweis auf unterschiedliche Weinstile verwendet, eine feste Regel gibt es dafür aber nicht.

Woher stammt Syrah?

Syrah stammt aus Frankreich. Die Rebsorte entstand als natürliche Kreuzung aus Dureza und Mondeuse Blanche und ist historisch besonders mit dem nördlichen Rhônetal verbunden.

Wie schmeckt Syrah?

Typisch sind dunkle Beeren und würzige Aromen. Häufig zeigt Syrah schwarzen Pfeffer. Je nach Klima und Ausbau können außerdem florale Noten, Kräuter oder reifere Frucht dazukommen.

Wo wird Syrah auf der Iberischen Halbinsel angebaut?

In Portugal findet man Syrah unter anderem im Alentejo und in der Algarve. In Spanien wird die Sorte in verschiedenen Regionen angebaut, darunter Andalusien mit der Serranía de Ronda und der Provinz Granada.

Ist der Syrah von Bodega Méndez Moya vegan und ohne zugesetzte Sulfite?

Ja. Der Syrah 2021 von Bodega Méndez Moya ist bio zertifiziert, vegan und wird ohne zugesetzte Sulfite hergestellt. Er besteht zu 100 Prozent aus Syrah.

Wozu passt Syrah?

Syrah passt gut zu gegrilltem Gemüse, Pilzen, Linsengerichten, gereiftem Käse sowie zu Lamm und Schmorgerichten. Wie kräftig das Essen sein darf, hängt vom Stil des jeweiligen Weins ab.


Dieser Artikel ist Teil unserer Rebsorten-Serie bei Biowein Iberia. Wir stellen iberische Rebsorten vor, die es verdienen, besser bekannt zu sein.


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